
Ziegeleipark Heilbronn Böckingen
Büro: Stötzer · Neher
Bei der Umwandlung des ehemaligen Ziegeleigeländes in einen Stadtteilpark wurde eine
ruderal-künstlerische Parkkonzeption zugrundegelegt.
Die Natur bringt die Form:
In der ehemaligen Ziegelei hat sich die Natur ihren neuen Freiraum geschaffen. Das von den Menschen
verlassene Gelände wurde von ihr wieder übernommen und aktiviert.
Die Tatsache, dass die Natur ihre prozesshafte Entwicklung einbrachte, d. h. Wachstum unter ganz bestimmten
Bedingungen, war der Anstoß für die Gestaltungsidee: Die "Natur formt".
Deshalb wurden nur Wege mit punktueller Steigerung von "scheinbaren" Einbauten in dem Gelände
verlegt.
Natur formt die Kunst:
In einem perfekt parzellierten Gebiet landwirtschaftlicher Produktion hebt sich der Kontrast des
Natürlichen zum Gegensätzlichen heraus. In einer Welt kultivierter Perfektion steigert sich die
Natur zu einer Höhe, die schon wieder künstlich bzw. künstlerisch erscheint.
Der Mensch erkennt diese von der Natur streng selektierte Pflanzenwelt als eben diese hohe Kunstform, als
"einfache" Darbietung dieser vergessenen Naturbilder an. Darin besteht die Faszination dieses
Parks für den Besucher.
Geben und Nehmen:
Die Einbauten mit heimischem Sandstein, Mauern, Bodenbelägen, Kegel und Brücken sind handwerklich
an wichtigen Berührungspunkten durchgearbeitet, verlaufen aber rudimentär an der Randzone ins
"Nichts". Der Natur wird eine Angriffsfläche für ihre Entwicklung gegeben, um sich das
vom Menschen geschaffene wieder zurückzuholen. Die Einbauten werden damit Teil der Natur und
jahreszeitlich verschieden von ihr in neue Kunstbilder verwandelt.
| Planung: |
Stötzer · Neher
Landschaftsarchitekten |
| Mitwirkende: |
Prof. J. H. Stötzer, Michael Hink,
Doris Scheffold |
| Art des Wettbewerbes: |
Einstufiger freiraumplanerischer
Realisierungswettbewerb |
| Ort: |
Heilbronn - Böckingen,
Heuchelbergstrasse |
| Bauherr: |
Stadt Heilbronn |
| Ausführung: |
1992 - 1995 |
| Größe: |
11 ha |
| Fotografien: |
Stötzer · Neher |
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